Body-Contact-Training: Ist ein verkörpertes Kommunikationstraining
                   (Zur Stärkung von Selbstgewahrsein und Kommunikation)

Menschen sind soziale Wesen. Es ist für uns notwendig, in Verbindung miteinander zu stehen. Wenn wir jedoch die Fähigkeiten dafür vernachlässigen, miteinander in Kontakt treten zu können, erfahren wir Isolation und Würdelosigkeit. Diese Effekte haben massive Konsequenzen für uns und unsere Gesellschaft/en (in Großbritannien hat die Regierung 2018 z.B. mit der Ankündigung einer Strategie zur Bekämpfung von Einsamkeit reagiert).

Für Tätige in sozialen, pädagogischen und pflegerischen Berufen ist die Bedeutung von einer sensiblen Kontaktaufnahme, - gestaltung und -ablösung zentral. Aber auch in vielen anderen Bereichen, in denen der zwischenmenschliche Kontakt eine große Rolle spielt, ist dies von enormer Bedeutung - und wird dennoch oft vernachlässigt. B-C-T ist ein dafür geeignetes Training.

Body-Contact-Training ist ein körperorientiertes Training zur Stärkung von Interaktion und Kommunikation zwischen Individuen. In diesem Training wird die Körperwahrnehmung geschult und es ermöglicht das Abbauen von Stress. B-C-T unterstützt die Teilnehmenden dabei, sich selbst im "Hier und Jetzt" zu erfahren (alleine und im Kontakt mit anderen). Sie üben sich in nonverbaler Kommunikation mit und durch Körperbewegung und sie können Freude an Bewegung wieder(finden). B-C-T bietet Lernerfahrungen in drei Hauptbereichen: Körperwahrnehmung, Kommunikation und Grenzenbewusstsein.
Ich nutze verschiedene Methoden der Körperarbeit (Übungen, die verwandt sind mit Methoden wie Pilates, Feldenkrais, Tanztherapie, Kontakt-Improvisation) and leite die Teilnehmenden durch Körpererfahrungen und Tanzimprovisationen -solitisch, paarweise und in Gruppenarbeiten im Kontakt mit anderen.
Das Training richtet sich an alle, die an einer körperorientierten Trainingsform und Selbstarbeit interessiert sind. Es ist passend für Menschen, die zu sich und ihren Ressourcen gelangen möchten (z.B. auch Personen mit Burnout-Erscheinungen (oder -risiken) oder auch nicht organisch bedingten körperlichen Beschwerden). Für alle, die ihre Kompetenzen für wohlwollenden Kontakt mit anderen praktizieren möchten.
 
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Ausführliche Beschreibung

Body-Contact-Training
ist ein körperorientiertes Training zur Stärkung von Interaktion und Kommunikation zwischen Individuen.

Ziele
-Schulung und Stärkung von Körperwahrnehmung und Stressabbau.
-Schärfung der Eigenwahrnehmung + Selbstfürsorge (in Bezug auf Körper und Geisteshaltung)
-Sich selbst Erleben im "Hier & Jetzt" (indiviuell und im Kontakt mit anderen.)
-Möglichkeit zum inneren Abgleich: Wo stehe ich jetzt gerade (privat/beruflich)? Wie möchte ich
 mich in Zukunft auf meine Herausforderungen und Bedürfnisse (in Relation zu anderen Menschen)
 einstimmen?
-Erfahrung von Gruppendynamiken und Teamwork (z.B. wie entsteht und wirkt Hierarchie?).
-Praxis nonverbaler Kommunikation (wie funktiert sie & welcher konstruktive Nutzen ist möglich?)
-Stärkung des Selbstvertrauens in Beziehung/en zu Mitmenschen.
-Übung darin, Nähe zu & von anderen leichter zulassen zu können.
-Erweiterung des Methodenrepertoires für Personen, die selbst mit Teilnehmenden, Klient*innen
 oder Patient*innen arbeiten.
-Grenzerkennung und -ziehung finden in zwischenmenschlicher Interaktion u. Kommunikation.

Für wen
Es ist ein sehr umfassendes Training, welches sich sowohl für junge als auch für fest im Leben und Beruf stehende Personen eignet. Die Berufsfelder, für welche das Training sinnvoll sein kann, sind vielfältig. Profitieren können alle Menschen in "helfenden" Berufen, wie etwa Sozialarbeit, Pädagogik, Therapie, Körperarbeit. Aber auch für wirtschaftliche und auch künsterlische Bereiche und Architektur eignet es sich hervorragend. Das Training ist Modul basiert und kann daher auf jeweilige Lernziele und Bedürfnisse ausgerichtet werden.

Methodik
Der erste Teil basiert auf praktischen, überwiegend physischen Übungseinheiten zur Stärkung der Körperwahrnehmung (u.a. Übungen abgeleitet von Pilates, Yoga, Feldenkrais, Shiatsu, Kontakt-Improvisation). Ein weiterer Bestandteil widmet sich den behutsamen Schritten hin zur respektvollen Kontaktaufnahme zu den Mitteilnehmenden (u.a. mit Einsteiger*innen-Übungen aus  der Kontakt-Improvisation, einer Tanzform, die sich den Körperkontakt zweier Tanzender* zunutze macht). Jedes Training beinhaltet außerdem die Aufbereitung und Weiterentwicklung der von den Teilnehmenden gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse (Transfer für andere Lebens- und Arbeitsbereiche).

3 Kern-Lernerfahrungen von B-C-T:

Körperwahrnehmung: Stärkung der Kompetenz, sich und andere wahrnehmen zu können
-Den Körper durch Bewegung erfahren.
-Die Fähigkeiten von Beobachtung und Wahrnehmung verfeinern.
-Die körpereigenen Signale stärker bemerken und lesen können.
-Die Signale von anderen besser wahrzunehmen.

Kommunikation: Verbale und nonverbale Praxis
-Die Sensibilität für nonverbale Kommunikation verbessern.
-Die eigenen Ressourcen entdecken und schärfen.
-Das Üben von nonverbalen Möglichkeiten, um Kontakt zu anderen aufzunehmen und in
 Verbindung zu sein.
-Das Entwicklen von möglichen Reaktionen zu nonverbalen Signalen anderer.
-Das Üben verbaler Artikulation von Bedürfnissen in Bezug auf andere.
-Das Praktizieren von konstruktivem Austausch über gemachte Erfahrungen.
-Das Übertragen von neuem Wissen durch B-C-T auf persönliche und berufliche Bereiche.

Grenzenbewusstsein: Grenzwahrnehmung und -ziehung in interpersoneller Interaktion und  Kommunikation
-Schärfung der Erfahrung und Einschätzung der eigenen und fremden Grenzbereiche und -linien.
-Bereiche besser kennenlernen, in denen Grenzen eine Rolle spielen (in Bezug auf Nähe,
 Neugierde, Selbstschutz, Risiko, Sicherheit, Motivation, Resignation, Kraft, Verletzlichkeit).
-Sensibilität entwickeln für körperliche Reaktionen anderer als Ausdruck von Grenzen.
-Übung von wohlwollenden Begegnungen (z.B. respektvolle Berührung, bewusster Körperkontakt).
-Übung von selbstbewusstem Ausdruck und Schutz der eigenen Grenzen (verbal und nonverbal.)

Aufbau Training
Jede Schulungseinheit beginnt mit einer intensiven Erwärmung zur Aktivierung der Muskelarbeit,
zur Erhöhung von Flexibilität und Beweglichkeit, Dies bereitetden Körper für intensivere Bewegung
vor. Die Erwärmung dient gleichermaßen dazu, die Teilnehmer auf die Kontaktaufnahme
mit ihren je eigenen Körpern vorzubereiten, so dass sie ihn positiv erleben & weiter kennenlernen können.
Anschließend geht die Einheit zu angeleiteten Improvisationsaufgaben über. Wir beginngen zunächst ohne physischen Kontakt. Beispielhafte Übungen sind: Raumläufe mit Bezug zu Raum und Mitteilnehmer*innen, Bewegung nach verschiedenen Inspirationen wie etwa Qualtitäten (z.B. Aggregatzustände), Bewegungsimpulsen (z.B. Flipperkugel im Körper) oder anderen Einflüssen (z.B. imaginäre Umgebungen, wie etwa Dschungel, Wartezimmer, etc. ).
Viele Menschen haben starke Vorstellungen davon, wie Bewegung aussehen soll. Daher ist es mir wichtig, zu formbefreiten Bewegungen anzuleiten. Dies unterstützt das Wachsen von Selbstvertrauen und individuellem kreativen Ausdruck.
Nun sind die Körper erwärmt und sensibilisiert. Die Teilnehmenden können jetzt zu einfachen technischen Übungen übergehen für die körperliche Kontaktaufnahme miteinander: Mit einer Hand zu berühren oder behutsam Gewicht abzugeben, Berührung aufnehmen oder Gewicht annehmen von anderen - oder auch: Berührung oder Gewicht an eine dritte Person weiterzugeben. Alle lernen verschiedene Sicherheitstechniken, um Verletzungen zu vermeiden. Wir werden  Übungen machen, um mit Grenzüberschreitungen umgehen zu lernen, Übungen zum Komfortlevel mit Berührung, als auch, wie Nähe auf angenehme Weise gestattet werden kann.
Anschließend gibt es verschiedenen Kontaktimprovisations-Einheiten: Tänzerische Übungen, in denen die Teilnehmenden sich bewegen und frei entscheiden, wann und ob sie in den Kontakt mit anderen Tanzenden gehen möchten und wieder hinaus. Hierbei geht es zum einen darum, erlerntes technisches Wissen ein- und umzusetzen, als auch "im Moment" die Kontaktaufnahme und -ablösung zu üben und Vertrauen darin zu entwickeln.
Am Schluss des Trainings steht eine gemeinsame verbale Auswertung des Erlebten und Erlernten in Verbindung zu konkreten Anwendungs-Situationen in Arbeits- und Lebenswelt.

Vorraussetzungen für die Teilnahme an B-C-T
Lust auf körperliche Bewegung, Offenheit für Improvisation und auch für den Körperkontakt und die Berührung mit den Körpern der Mitteilnehmer*innen, dem Raum und dem Boden. Auch die Bereitschaft, barfuß zu arbeiten.
 
Vorschlag zur Durchführung eines solchen Trainings:
Seminarsform auf Anfrage: Wiederkehrende Blockunterrichtseinheiten (wöchtenlich/ monatlich/ über Semester). 1-wöchiger Intensivkurs oder kürzere Kompakteinheiten sind möglich.